An den Bürgermeister, 26. Mai 1942

An den Bürgermeister der Stadt ’s-Hertogenbosch

26. Mai 1942

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Ich möchte Sie hiermit bitten, in folgender Angelegenheit ein­zuschreiten.

Hier in der Stadt wohnt eine ausgesprochen unverschämte Jü­din namens Rosa Regina Glaser, die sich rühmt, keinen David­stern zu tragen. Sie ist die Tochter des Juden Falk Jonas Glaser Philips, wohnhaft Koninginnelaan 23 in ’s-Hertogenbosch, hat als Tanzlehrerin gearbeitet und musste diese Tätigkeit aufgrund ih­rer Abstammung einstellen.

Die genannte Jüdin macht mir wegen meiner Zugehörigkeit zur NSB das Leben schwer, indem sie alle möglichen Leute gegen mich aufhetzt. Dabei unterhält sie selbst Kontakte mit Wehr­machtsangehörigen und behauptet sogar, Nationalsozialistin zu sein.
Es ist höchste Zeit, dass diese dreiste Jüdin einer strengen Be­fragung unterzogen wird. Der Polizei scheint es egal zu sein, ob sie den Davidstern trägt oder nicht. Anscheinend hat sie die Kon­trollbeamten um den Finger gewickelt.
Ich ersuche Sie höflich, entsprechende Maßnahmen zu ergrei­fen, um das Problem mit Stumpf und Stiel auszurotten.
Sieg Heil

L. Crielaars